Brad, Janet, Dr Brinkmann

Brad, Janet, Dr Brinkmann - die Charaktere wechseln die Körper und bleiben niemals sie selbst - es geht weiter.

"Brad" verkörpert das Spektrum des mittellosen Künstlers, Studenten, Abiturienten, Praktikanten, und ähnliches. Außerdem identifiziert er sich als Vorort, Gebäudekomplex, Straße mit starkem Gefälle und zuwenig Serpentinen.

"Janet" ist auf unterschiedliche Art charismatisch. Sie repräsentiert Institutionen und gesellschaftliche Allgemeinplätze, wie schwuler Bürgermeister des Novatis Parkes, Intendantin der ElbzuvielHarmonie, Moderation der Show "Janet sucht die Superstadt", die Metropole Janetcity, etc. Sie hat campige/queenige Attribute.

„Dr. Brinkmann“ verkörpert verschiedene Vorstellungen von Expertentum. Informativ und belesen, verwirrend und hilflos, weiß männlich heterosexuell, visionär und konservativ.
Dr. Brinkmann erklärt die Struktur von Janetcity:
Janetcity wird über Basel gelegt. Es wird im Zuge der Janettrification ein Morast gebildet, aus dem gute Ideen wie Pilze aus dem Boden schießen können. Später wird er den Diplomaten als eine dieser guten Ideen vorstellen.
Außerdem erläutert er das Zeitkonzept von Janetcity.

Motel One

Motel One ist ein begehbarer Quader aus weißem Mollton. Es kann senkrecht und waagerecht bespielt werden. Als Objekt strukturiert es außerdem den Bühnenraum und wird als Projektionsfläche verwendet. Das Gerüst besteht aus einem Plastikstecksystem und ist deshalb sehr leicht zu transportieren. Konzeptionsgrundlage war der Bedarf an einem Haus, dass gleichzeitig ein „Körper“ ist. Senkrecht lässt sich der schwarz abhebende Reißverschluss organisch bespielen. Waagerecht sind 3 Kapuzen eingenäht, die unsere Körpergrößen berücksichtigen und ein Ärmel. Die anderen Hände können durch Schlitze nach außen.

In der Auseinandersetzung mit St Georg hat sich das Haus als Motel One konkretisiert. Im ersten Text erzählt es, dass es mit seiner Umgebung unzufrieden ist und sich wünscht, dass seine Freunde ihm bei der Verschlampung St. Georgs behilflich sein könnten.
Früher stand an seiner Stelle auf dem Steindamm das Gruselhaus, wo verschiedene Personen, unter anderem Janet und Brad, umsonst wohnen konnten. Wegen den vielen Platzverweisen sind die dann auf die andere Elbseite gezogen. Jetzt konnte er sie einladen zurückzukommen um seine unbehagliche Umgebung zu janetrifizieren.

Dahinter steht tatsächlich die Anekdote des sogenannten „Horrorhauses“, womit das ehemalige DAK Gebäude gemeint war, welches länger leer stand und dereguliert zwischengenutzt wurde. Dass an seiner Stelle im Sommer 2009 das größte Hotel der Kette Motel One in Deutschland eröffnet hat, steht für die Entwicklung, die sich nach der Langen Reihe auch am Steindamm vollzieht. Motel One ist also ein Zeichen für eine bereits vollzogene, aber unglückliche Gentrifizierung. Diese Ebene mischt sich dann mit unseren persönlichen Bezügen, wenn Motel One später auch Teil des "Shared Space" ist. Mit cartoonistisch quietschender Stimme werden Brad und Janet eingeladen „zu kommen“. Das Haus wird in die Horizontale gekippt und alle drei können nebeneinander darin stehen. Im Symbiose Text berichtet Brad unter anderem, dass die Vorstellung von einer Symbiose in Harmonie überholt ist. Darauf folgt der Gesang: „I can’t live, if living is within you“. Das Bild endet mit dem Ausruf: „I feel Danger, Danger!“ und dem Kommentar: „Das war nicht gespielt!“

Bicycle Repair Man

Desweiteren tritt "Bicycle Repair Man" auf, der das, was er nicht kann, gut kann, weil er im Scheitern professionell geworden ist. Nach der Autotherapie wird er mit neuen Verkehrskonzepten und Parkleidsystemen beeindrucken.

Das Ethical Sloth Plenum

„Das Ethical Sloth Plenum“ diskutiert die Widersprüche des gemeinsamen Nichts Tuns als Widerstandspraxis. Eingeführt wird diese Szene durch die Beschreibung dieses erfolgreichen Lesekreises, der sich noch nie getroffen hat. Als Ökonomiekritik wird versucht keinen Wert produzieren. Es geht auch darum, sich nicht zu treffen, oder nicht vorbereitet zu sein, oder zu spät zu kommen, nichts zu lesen, mit niemandem darüber sprechen. Aber auch mit anderen nichts machen, aushalten und respektieren dass alle nichts mit unterschiedlichen Partnern machen können.
„Ist es denn mehr nichts, wenn ich ein Glas Wasser bestelle, und es nicht trinke, als wenn ich es gar nicht bestelle?
„Und was ist, wenn man es nicht bezahlt?“
...
„Also ich sage jetzt nichts“
...
„viele nennen sich Künstler und Künstlerinnnen, in der irrigen Annahme, dass sie kaum Wert, oder nur zumindest ökonomisch keinen relevanten Wert erzeugen, dabei strukturieren sie durch ihre bloße Anwesenheit den Raum“
Beendet wird die Szene mit den Worten, dass Janet „sehr schlecht darin sei, nichts zu tun. Ständig wird irgendwas produziert. Aber jetzt bist Du ja hier, um uns dabei zu helfen nichts zu tun. Dr. Brinkmann teilt das Publikum jetzt in drei Gruppen. Die Gruppe 1 beschäftigt sich mit der Frage, „in welcher Gesellschaft will ich eigentlich leben“. Gruppe 2 beschäftigt sich mit der Frage, „woran liegt es, das es jetzt nicht so ist“, und die dritte Gruppe arbeitet zu dem Thema, "was müssen wir tun, damit es so wird“. Die Ergebnisse können dann um ca, 0.30 am Tresen präsentiert werden.

Der Diplomat

Der Diplomat ist eine Errungenschaft der Janetrifizierung Basels. Er wird überall da aufgestellt, wo er benötigt wird. An Grenzübergängen können dann zum Beispiel die jeweils benötigten Papiere heraus genommen werden. An Tramstationen gültige Fahrscheine, an Universitäten Immatrikulationsbescheinigungen. Diplomaten ermöglichen Zu- und Übergänge, sie erzeugen Schnittstellen.

Der Körper

Zu einem bestimmten Zeitpunkt tritt "Der Körper" auf, ein Objekt, das von mehreren Personen angezogen wird und über sich selbst spricht.
Und noch viele mehr.

Dildosaurus Sex

Das Urgestein mit den tausend Dildos auf dem Schwanz fühlt sich manchmal wohl in seiner Haut und manchmal nicht.